ptimaAlle Teile des Tagebuchs
my AI Tagebuch · Zu Hause

Software für Menschen, die darin wohnen

Oktober und November 2026 · Michael Andrejews

Musik, die durch die Wohnung mitkommt, und Lichtszenen, die sich jeder selbst zusammenstellt. Die schwierigsten Anforderungen kamen hier nicht aus einem Standard, sondern aus dem Alltag.

Musik, die mitkommt

Die Idee ist einfach: Man geht von der Küche ins Büro, und die Musik kommt mit. Bewegungsmelder erkennen den Raum, der Lautsprecher dort tritt der laufenden Gruppe bei, und nach einer Weile ohne Bewegung verlässt der leere Raum sie wieder.

Lange lief das als Skript. Am 15. Oktober haben wir es in eine eigene Home-Assistant-Integration überführt, mit Einstellungen pro Raum statt fest im Code.

Die Regeln kamen aus dem Alltag

Kein Standard beschreibt, wie sich Musik in einer Wohnung zu verhalten hat. Die Regeln entstanden aus Situationen, die schiefgingen:

Jede dieser Regeln ist eine Zeile Code. Darauf zu kommen, brauchte Wochen Alltag.

Lichtszenen, die jeder selbst baut

Für das Licht haben wir eine bestehende Erweiterung für Home Assistant so stark ausgebaut, dass daraus ein eigenes Projekt wurde: Scene Studio. Szenen aus Fotos, eigene Vorlagen, Übergangszeiten pro Lampe, Farben aus dem Albumcover der Musik, die gerade im Raum läuft.

Am 3. November wurde Scene Studio in die offizielle Liste des Home Assistant Community Store aufgenommen. Damit steht es allen offen, die Home Assistant nutzen.

Auch hier kamen die wichtigsten Änderungen nicht aus der Technik. Eine Beschriftung «Auslassen» klang im Alltag nach «ausschalten» und heisst jetzt «Nicht steuern». Ein Knopf auf dem iPhone lag unter der Statusleiste. Solche Dinge findet kein Test, nur jemand, der die Oberfläche nicht selbst gebaut hat.

Was anders ist als im Grossprojekt

In Grossunternehmen schreiben Fachabteilungen Anforderungen auf, oft hundert Seiten. Zu Hause gibt es keine Fachabteilung, nur Menschen, die im Alltag merken, was stört. Ein Smart Home, das nur der versteht, der es gebaut hat, ist kein gutes Smart Home.

Die Erkenntnis

Die schnellste Software nützt nichts, wenn sie sich falsch anfühlt. Das Wissen, was sich richtig anfühlt, kommt nicht aus Spezifikationen, sondern aus Beobachten und Zuhören. Auch im Wohnzimmer ist Fachwissen der Engpass, nur heisst es dort Alltag.