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Abend 3: Wo Fachwissen den Unterschied macht

Freitag, 30. Oktober 2026 · Michael Andrejews

Am dritten Abend ging es um Berechtigungen, wie Banken sie wirklich brauchen: Erfassung im Backoffice, ein eigenes Berechtigungsmodul, Unterschriftsklassen und Unterschriftsgruppen. Nur 15 Commits, aber der fachlich dichteste Abend.

Ein Thema, das jeder unterschätzt

«Wer darf was?» klingt nach einer Rollentabelle. In einer Bank ist es ein eigenes Fachgebiet. Ein Firmenkunde hat Mitarbeitende mit unterschiedlichen Befugnissen. Manche dürfen allein unterschreiben, andere nur zu zweit, manche nur bis zu einem Betrag. Ein Treuhänder handelt im Namen mehrerer Kunden. Und am Ende muss nachvollziehbar sein, wer eine Zahlung warum freigegeben hat.

Wer das falsch baut, baut es zweimal.

Was an diesem Abend entstand

Thema Ergebnis
Erfassung Zahlungen im Backoffice erfassen, ab einem Betrag mit Freigabe einer zweiten Person
Herkunft Der auslösende Benutzer eines Kanalauftrags bleibt erhalten
Berechtigungsmodul Eigenes Modul für Berechtigungen und delegierte Kanäle
Unterschriften Unterschriftsklassen und ein strukturierter Nachweis jeder Freigabe
Gruppen Unterschriftsgruppen, etwa «eine Person aus A und eine aus B»
Ereignisse Auftragsereignisse mit jeder Änderung, Ereignisse für Rückforderungen

Warum nur 15 Commits

45Mi 28.10.29Do 29.10.15Fr 30.10.18Sa 31.10.
Commits pro Arbeitstag. Am fachlich dichtesten Abend entstanden die wenigsten.

Weniger Commits heisst nicht weniger Arbeit. Ein grosser Teil des Abends bestand aus Entscheiden, die in Architekturentscheiden festgehalten wurden: wie Endbenutzer identifiziert werden, wie Berechtigungen getrennt vom Zahlungskern leben, wie ein Freigabenachweis aufgebaut ist.

Diese Entscheide haben wir nicht an die Agenten delegiert. Wir haben sie formuliert, die Agenten haben sie umgesetzt und dokumentiert. Das ist die Arbeitsteilung, die funktioniert.

Ein Beispiel für den Unterschied

Ohne Vorgabe hätte ein Agent Unterschriften vermutlich als Liste von Personen modelliert. Das reicht, bis der erste Kunde sagt: «Bei uns braucht es immer jemanden aus der Buchhaltung und jemanden aus der Geschäftsleitung.» Dann wird umgebaut.

Wer schon einmal Unterschriftsregelungen für Firmenkunden umgesetzt hat, modelliert Gruppen und Klassen von Anfang an. Dieses Wissen steckt in keinem Prompt-Template. Es steckt in Erfahrung.

Links die Freigaben im E-Banking eines Firmenkunden, rechts die Erfassung im Backoffice mit Vier-Augen-Prinzip ab einem Betrag.Links die Freigaben im E-Banking eines Firmenkunden, rechts die Erfassung im Backoffice mit Vier-Augen-Prinzip ab einem Betrag.
Links die Freigaben im E-Banking eines Firmenkunden, rechts die Erfassung im Backoffice mit Vier-Augen-Prinzip ab einem Betrag.

Die Erkenntnis des Abends

Je tiefer ein Thema in die Fachlichkeit geht, desto weniger Commits und desto mehr Denken. Das Verhältnis kehrt sich um: Die Maschine arbeitet schneller als je zuvor, und der Mensch wird zum Engpass. Das ist kein Problem, sondern der Punkt.